Faconauto fordert 550 Millionen Euro Hilfe, um seine Flotte zu erneuern und europäischen Sanktionen zu entgehen.

Spaniens alternder Lkw-Fuhrpark – mit einem Durchschnittsalter von 15,1 Jahren der zweitälteste in Europa – steht erneut im Mittelpunkt der Branchendebatte. Der Lkw-Händlerverband Faconauto hat die Regierung um einen ehrgeizigen Förderplan zur Förderung der Flottenerneuerung gebeten und warnt, dass ohne öffentliche Unterstützung das Verfehlen der europäischen Dekarbonisierungsziele zu Bußgeldern, höheren Fahrzeugpreisen und einem allgemeinen Anstieg der Transportkosten führen werde.

Ein dringender Aufruf an die Exekutive

Der Antrag von Faconauto beläuft sich auf 550 Millionen Euro und ist in zwei Hauptposten unterteilt:

  • 300 millones de EUR zu fördern, die kaufmännisch von Alt-Lkw mit einer Förderung von bis zu 25.000 Euro pro Stück.
  • 250 millones de EUR bestimmt für die Kauf von Elektro-LKW, um ihnen den Einstieg in den professionellen Markt zu erleichtern.

Laut Pilar Fernández, zweiter Vizepräsidentin von Faconauto, „ist es an der Zeit, diese Hilfen zu beantragen“. Der Arbeitgeberverband ist der Ansicht, dass der Straßenverkehr – ein zentraler Bestandteil der Logistikkette – im Vergleich zu den vom Verkehrsministerium geförderten Investitionen in den Schienen- und intermodalen Verkehr sofortige Maßnahmen benötigt. Marta Blázquez, Präsidentin von Faconauto, betonte, dass man nicht gegen die Eisenbahnoffensive sei, warnte aber, dass der Mangel an kurzfristigen Hilfen für den Straßenverkehr die strukturellen Probleme des Sektors verschärfe.

Geringe elektrische Registrierung

Trotz des wachsenden Angebots an Elektro-Lkw der Hersteller bleibt ihre Marktdurchdringung gering. Von Januar bis Mai 2025 wurden laut Daten von Aedive nur 69 Einheiten zugelassen. Pilar Fernández betont, dass die Fahrzeuge bereits verfügbar sind und in bestimmten Anwendungen gute Leistungen erbringen, ihre hohen Kosten ihre Einführung jedoch behindern. „Dank Subventionen, wie sie im Bussektor eingeführt wurden, besteht ein echtes Interesse“, erklärt sie.

Der Arbeitgeberverband fordert außerdem eine stärker an der Energiewende ausgerichtete Steuerpolitik mit Vorschlägen wie:

  • 100 % Bonus auf die Kfz-Steuer für Elektro-Lkw.
  • 15 % Abzug von der Körperschaftssteuer für Unternehmen, die emissionsarme Fahrzeuge einsetzen.

Ein Markt im Niedergang und mit neuen Akteuren

Der Industriemarkt verzeichnet im Jahr 2025 einen kumulierten Rückgang 15,2%, insbesondere im Traktorensegment. Dieser Rückgang wird durch Faktoren wie den Mangel an Berufskraftfahrern – der die Flottenerneuerung in einigen Fällen bereits verlangsamt – und die Verzögerung bei der Auslieferung von Bestellungen aus dem Jahr 2023, die sich auf die Zulassungszahlen für 2024 auswirkte, noch verstärkt.

Faconauto warnt zudem vor einem Strukturwandel im Kundenprofil: Kleine Unternehmen und Selbstständige weichen großen Anbietern und Investmentfonds, deren Fokus eher auf Finanzen als auf Technik liegt. Dieses neue Käufermodell führt zu einer veränderten Dynamik bei Entscheidungen über Fahrzeugkauf und -verlängerung.